DWV-Stellungnahme zu den Orientierungseckpunkten Speicherentgelte der Bundesnetzagentur: Netzentgeltbefreiung für Elektrolyseure fortführen

Datum: 04.03.2026

Die Reform der Stromnetzentgeltsystematik steht an einem entscheidenden Punkt und mit ihr die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland. Elektrolyseure sind keine klassischen Letztverbraucher. Sie sind zentrale Bausteine der Sektorenkopplung, integrieren erneuerbare Energien, reduzieren Netzengpässe und ermöglichen die Dekarbonisierung industrieller Wertschöpfungsketten.

Vor diesem Hintergrund bringt sich der DWV intensiv in den Prozess der Bundesnetzagentur zur Weiterentwicklung der Netzentgeltsystematik ein. In unserer aktuellen Stellungnahme zu den Orientierungseckpunkten „Speicherentgelte“ (16. Januar 2026) legen wir dar, warum eine Fortführung der Netzentgeltbefreiung für systemdienliche Elektrolyseure energiewirtschaftlich geboten und industriepolitisch unverzichtbar ist.

Stromnetzentgelte können, je nach Ausgestaltung, bis zu 2 Euro pro Kilogramm Wasserstoff ausmachen. Würden Elektrolyseure ab 2029 die vollen Entgelte entrichten müssen, gerieten zahlreiche Projekte wirtschaftlich ins Wanken. Besonders betroffen wären Vorhaben, die bereits in Planung oder Umsetzung sind und auf verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen angewiesen sind. Eine abrupte Änderung würde nicht nur Business Cases gefährden, sondern auch das Vertrauen in den Investitionsstandort Deutschland nachhaltig beschädigen.

Der DWV setzt sich daher für eine Verlängerung der Netzentgeltvollbefreiung für systemdienliche Elektrolyseure ein, mindestens für Anlagen, die bis 2035 in Betrieb gehen. Gleichzeitig braucht es eine klare Definition von Systemdienlichkeit, die sowohl standortbezogene als auch nicht-standortgebundene Kriterien berücksichtigt. Elektrolyseure leisten bereits heute durch ihre regulatorisch vorgegebene, an erneuerbaren Energien ausgerichtete Fahrweise einen substantiellen Beitrag zur Netz- und Systemstabilität. Zusätzliche pauschale Anforderungen oder widersprüchliche Preissignale würden diese Funktion konterkarieren.

Eine zukunftsfähige Netzentgeltsystematik muss die systemische Rolle der Elektrolyse anerkennen, nicht nur aus Perspektive des Stromsystems, sondern mit Blick auf das gesamte Energiesystem. Nur so lassen sich Netzausbaukosten begrenzen, Redispatch-Aufwendungen senken und die Transformation der Industrie verlässlich vorantreiben.

Der DWV wird den Reformprozess weiterhin konstruktiv begleiten, mit dem klaren Ziel, wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen für den Wasserstoffhochlauf in Deutschland zu sichern.

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